ebk_vergangene_semester_uebersicht

Gropius Stadt Wohnen

Zu Beginn der 60er Jahre konnte Walter Gropius die von ihm 30 Jahre zuvor mitformulierten Forderungen des CIAM baulich umsetzen und im Süden Berlins eine Großwohnsiedlung mit Lebensraum für 50.000 Bewohner schaffen. Im Nachhinein zeugt die „Gropiusstadt“ von Ideen und Visionen, die sich in vielen Aspekten als nicht haltbar herausgestellt haben. Sie ist in sichtbare Zeichen des Scheiterns einer positivistischen Sicht auf das Wachstum, das wir heute kritisch hinterfragen.Doch was bleibt? In den aktuellen Zeiten des steigenden Bedarfs an Wohnraum müssen die Ideen des verdichteten Wohnens neu verhandelt werden.Im Rahmen des Entwurfs ‚Gropius Stadt Wohnen‘ wollen wir untersuchen, inwieweit die typologischen, gestalterischen und konstruktiven Ideen des Wohnungsbaus der 60er und 70er Jahre Anregungen geben, um die heutigen Herausforderungen des Wohnungsbaus zu meistern.

Glasgow School of Art

Im Juni 2018 werden die Glasgow School of Art von Charles Rennie Mackintosh und weitere benachbarte Gebäude durch den zweiten Großbrand innerhalb weniger Jahre massiv beschädigt. Während für den berühmten Jugendstilbau ein Wiederaufbau möglich erscheint, müssen die südlich angrenzenden Gebäude – darunter einer der beliebtesten Konzert- und Veranstaltungssäle der Stadt – abgerissen werden. Für das südlich an die Jugendstilikone anschließende Grundstück entlang der legendären Sauchihall Street ist ein Bebauungsvorschlag zu entwickeln, der als Teil des Campus dem gestiegenen Raumbedarf der Glasgow School of Art gerecht wird und gleichzeitig der Öffentlichkeit Raum für Kunst und Kultur zur Verfügung stellt. Ziel des Entwurfs ist eine architektonische und städtebauliche Antwort, die die Innovationskraft, die Gestaltqualität und die wechselhafte Geschichte des Ortes widerspiegelt und so die offene Wunde im Zentrum Glasgows schließt.

Sauerei

Die Zukunft der Landwirtschaft ist eine der zentralen Fragen im gesellschaftlichen Diskurs. Neben Fragen einer vielfältig ausgerichteten und nachhaltigen Landbewirtschaftung wird auch nach neuen Konzepten für eine tiergerechte und umweltverträgliche Nutztierhaltung gesucht.Für einen landwirtschaftlichen Betrieb im Münsterland soll ein neuer Typus für die Tierhaltung, Schlachtung, Verarbeitung undVerkauf von Mastschweinen entwickelt werden. Über die Erfüllung funktionaler Anforderung hinaus ist eine architektonische Antwort zu nden, die der Bedeutung einer gesunden Nahrungsmittelerzeugung entspricht.Der Entwurf wird im Rahmen eines von der Stiftung LV Münster und dem Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft ausgelobten Ideenwettbewerbs bearbeitet.

Schule am Kochelsee

In Kochel am See ist vor dem imposanten Bergpanorama eine zweizügige Grundschule zu planen. In dem einmaligen Landschaftsraum, der Maler wie Franz Marc und Gabriele Münter in das ‚blaue Land’ zieht und Ihnen Inspiration gab, ist die Sprache zu finden wie eine Schule außerhalb der Morphologie der Stadt in den Landschaftsraum und in die traditionelle Architektur eingebettet werden kann.In der Bildung vollzieht sich ein grundlegender Wandel – individuelle Förderung, Rhythmisierung des Unterrichts, aktivierende Lern- und Lehrformen, selbstorganisiertes Lernen, wie in Gruppen angeeignetes Wissen und Bildung – eine solche Schule fordert neue Räume, die sich von den gesicherten Typologien unterscheiden. Insofern sollen tradierte Raumkonzepte hinter- fragt und ein identikationsstiftender Typus für Schüler, Lehrer, Eltern und die Gemeinde neu entwickelt werden. Dabei sind die elementaren Fragen der Architektur – Raum, Struktur, Material – zu beantworten und sorgfältig Maßstab, Ausdruck, Gestalt und Atmosphäre zu entwickeln.

Deutscher Werkbund Darmstadt

Mit seiner Gründung formuliert der Deutsche Werkbund den Anspruch, alle Lebensbereiche ‚vom Sofakissen bis zum Städtebau’ zu gestalten und entwickelt eine bis heute moderne Formensprache. Um der ein ussreichen Geschichte und den aktuellen Diskursen des Werkbundes Raum zu geben, wird in unmittelbarer Nähe zur Darmstädter Mathildenhöhedas Haus des Deutschen Werkbunds geplant. Ziel desEntwurfs ist – über die Erfüllung der funktionalenAnforderungen hinaus – eine architektonische Antwort zu nden, die die Innovationskraft und Gestaltqualität des Werkbundes widerspiegelt und gleichzeitig eine Einfügung in den Kontext des zukünftigen Welterbes Mathildenhöhe schafft. Im Rahmen des Entwurfs ‚Haus des Deutschen Werkbundes’ wird der Georg-Moller-Preis 2018 vergeben.

Große Bühne – Neue Oper Frankfurt

Die Anfang der 60er Jahre im Spannungsfeld der Nachkriegsmoderne von Otto Apel an der Wallanlage geplante Theaterdoppelanlage der städtichen Bühnen entspricht nicht mehr den heutigen baulichen und räumlichen Anforderungen. Durch die Auslagerung der Oper kann der Standort für das Schauspiel erhalten und fortgeführt werden. Als neuer Stadtbaustein soll die Oper Impulse zur Stadtentwicklung am östlichen Mainufer setzen. Es ist ein identifikationsstiftender Typus zu entwickeln, der den Besonderheiten des aussergewöhnlichen Topos und den funktionalen Anforderungen entspricht. Dabei sollen tradierte Raumkonzepte hintergefragt und für zeitgenössische Inszenierungen neu interpretiert werden. Gesucht ist ein architektonischer Ausdruck, der die Qualitäten des Bestands weiterentwickelt und der Bedeutung im Stadtraum entspricht.

Europäische Vertretung in Berlin

Am 25. März 1957 unterzeichnen die Regierungen der sechs Gründerstaaten Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien, Luxemburg und die Niederlande die römischen Verträge. Diese gelten als ‚Grundstein‘ für die Europäische Union, die politische Integration Europas, sowie die gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung. Für die anlässlich des 60-jährigen Jubiläums zu planende Vertretung der Europäischen Kommission in Berlin ist ein identifikationsstiftender Typus zu entwickeln, der den Besonderheiten des Topos und den funktionalen Anforderungen entspricht und die Vision Europas versinn(bild)licht. Die Vertretung beinhaltet die Residenz für den Botschafter sowie Räume der Begegnung und Kommunikation, in denen über die Arbeit der Kommission informiert wird. Gesucht ist ein architektonischer Ausdruck, der die fortentwickelte Identität der europäischen Idee angemessen widerspiegelt.

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Sammlung Hagemann

Die Sammlung Carl Hagemann (1867-1940) gilt als eine der bedeutensten Sammlungen expressionistischer Kunst. Für die seit Jahrzehnten nur ausschnittweise gezeigten Gemälde, Skulpturen und Papierarbeiten der Künstler der ‚Brücke‘, ist im Essener Stadtgarten, in unmittelbarer Nähe zum Folkwang Museum, dem Aalto Theater und der Philharmonie, ein Museum zu entwerfen. Aus der inhaltlichen Auseinandersetzung mit den Werken von Kirchner, Nolde, Heckel u.a. sowie dem unmittelbaren architektonischen und städtebaulichen Umfeld, sind Räume mit spezifischen Charakter zu entwickeln, die das Erlebnis des Kunstwerks stärken und andererseits das Museum an dem Ort präsent machen sollen

Accademia Thomanum

Der Thomanerchor, 1212 gegründet, gehört zu den ältesten und anerkanntesten Chören weltweit. Für die wöchentlichen Auftrittezusammen mit dem Gewandhausorchester in der Thomaskirche werden Proberäume zum Einsingen und Einspielen benötigt.Die Accademia soll zugleich Anlaufstelle für nationale und internationale Gäste sein, die während Ihres Aufenthaltes mit denThomanern singen und das musikalische Erbe Bachs sowie die Musikstadt Leipzig kennen lernen und entdecken möchten.Gesucht ist ein Gebäude mit Räumen der Konzentration zum gemeinsamen Musizieren und Studieren, zum Rückzug wie auch zurBegegnung. Ganz nach dem Wahlspruch ‚res severa est verum gaudium‘ soll ein lebendiger Ort entstehen, der einlädt, in diewunderbare Welt der klassischen Musik.

Performance Lap

Der Frankfurter Stadtteil Bockenheim befindet sich im Umbruch.Der ehemalige Universitätscampus an der Bockenheimer Landstraße wird nach und nachaufgegeben. Neben Wohn- und Gewerbeflächen sollen die Hochschule für Musik unddarstellende Kunst und weitere Frankfurter Kulturinstitutionen hier unterkommen,um so ein lebendiges Quartier mit vielfältigen kulturellen Angeboten zu generieren.Die Entwurfsaufgabe für das Wintersemester 2015-16 beschäftigt sich mit einemwichtigen kulturellen Baustein des KulturCampus Bockenheim. Im unmittelbarer Nähezum Bockenheimer Depot soll das Performance Lab Frankfurt entstehen. Hier sollenneue Formen von Theater, Tanz und zeitgenössischer Musik sowie moderneVermittlungsformen von Kunst erarbeitet und der Öffentlichkeit zugängig gemachtwerden. Renommierte Kunst- und Kulturinstitutionen aus den unterschiedlichenBereichen der darstellenden Kunst sollen im Performance Lab Frankfurt zusammenarbeiten, forschen, produzieren, ausstellen und aufführen. Neue Raumideen sollen diekünstlerische Produktion, Forschung und Vermittlung fördern und den Künstlern undihren Gästen einen Ort zum Austausch bieten.Neben den Fragestellungen zur städtebaulichen Lösung, der räumlichen Organisation unddem architektonischen Erschgeinungsbild wird uns in diesem Semsester die Interaktionvon Raum und darstellender Kunst beschäftigen.