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Jakob-Wilhelm-Mengler-Preis 2017

Entwurf – Manon Jochem

Ein elegant schlichter, turmartiger Baukörper, präzise am südöstlichen Eingang des sog. Präsidentendreiecks gesetzt bildet die Vertretung der Europäischen Kommission.

Ein Sockel markiert den Vorbereich der Vertretung und zugleich den Übergang zum Park. Die Massivität des Sockels steht im Kontrast zu der filigranen Leichtigkeit des Baukörpers mit ihren abwechslungsreichen Erscheinungsformen. Zahlreiche Nutzungen und öffentliche Veranstaltungen sind vorstellbar, so dass sich hier beispielhaft die raumprogrammatischen Anforderung mit dem vorhandenen Kontext verbinden können.

Mit einer eigenständigen Typologie wird auf die unterschiedlichen Raumanforderungen der Nutzungsbereiche Kanzlei, Residenz und Veranstaltung reagiert. Herzstück und Mittelpunkt ist das übereinander gestaplte Foyer, Veranstaltungssaal und der geschützte Freibereich der Residenz.

Die Verwaltunsgbereiche, die unterschiedliche Zonierungen mit verschiedenen Arbeitsformen ermöglichen, sind ringförmig um diese Mitte angelegt. Die Erschließung ist in der raumhaltigen Wand integriert. Es entsteht eine hohe atmosphärische Dichte mit Durchblicken in die verschiedenen Nutzunsgbereiche, die trotz der klaren Trennung der Wegeführung und aller Einfachheit voller Poesie ist.

Die transparente Gestaltung spiegelt die wechselnden Raumhöhen und Nutzungsbereiche vielfältig wider. Diese Anmutung ist angemessenes Gesicht für die europäische Idee, klar und kaftvoll, ein Haus dass die Bürger zum interkulturellen Dialog einlädt ohne falschen Pathos.

Die Vision von Manon Jochem für die Vertretung der Europäsichen Komission in Berlin stellt in allen Bereich eine herausragende Antwort auf den Topos, die Typologie, die Konstruktion und im Ausdruck eine eigenständige und beispielhafte Arbeit dar.

Manon Jochem
Manon Jochem
Manon Jochem
Manon Jochem
Manon Jochem
Manon Jochem
Manon Jochem
Manon Jochem
Manon Jochem
Manon Jochem
Manon Jochem
Manon Jochem

Jakob-Wilhelm-Mengler-Preis 2017

Entwurf – Martin Koleda

Das von Martin Koleda für die Sammlung Hagemann vorgeschlagene vertikale Bauvolumen ist kraftvoller Auftakt und Abschluss des Stadtgartens und auch im anschliessenden Stadtraums angenehm präsent. Sorgfältig werden die Wege und Räume um das Museum mitgedacht und zum bespieltem Bestandteil des Museums um den Besucher auf das Kunsterlebnis vorzubereiten. Dabei gelingt es Martin Koleda geschickt, die begleitenden Nutzungen des Museums in die Topographie des Parks zu integrieren, so dass sich das von weitem wahrnehmbare Gebäudevolumen auf die eigentlichen Ausstellungsräume des Museums beschränkt. Der turmartige Baukörper mit den Ausstellungsflächen besticht durch eine eigenständige Typologie, mit der Anordnung der zirkulierenden Erschließung in der raumhaltigen Fassade um die freien Ausstellungsräume in der Mitte des Gebäudes. Hieraus resultieren besondere Raumerfahrungen, visuelle Verknüpfungen und Lichtführungen. Nach aussen erscheint der Baukörper als kraftvoller Speicher für die ausgestellte Kunst, beinah bildhauerisch poetisch reduziert. Konstruktion und Materialisierung des Gebäudes sind bis ins Detail durchdacht. Die Farbigkeit und Verband des Klinkers wechseln je nach Zugehörigkeit zum Sockelbereich oder zum Ausstellungsturm. Die Innenräume werden geprägt durch die ruhige Tektonik der Fertigbetonteile und die homogenen Oberflächen der Wand- und Bodenflächen, die eine angemessene Kulisse für die ausgestellten Exponate bieten.

Martin Koledas Beitrag zur Sammlung Hagemann ist ein herausragender Beitrag zur Entwurfsaufgabe. Auf beispielhafte Weise gelingt ihm die schwierige Balance zwischen Präsenz und Zurückhaltung, Inszenierung und Selbstverständlichkeit, Raum- und Kunsterlebnis.

Martin Koleda
Martin Koleda
Martin Koleda
Martin Koleda
Martin Koleda
Martin Koleda
Martin Koleda
Martin Koleda

Fachbereichspreis SoSe 17 / Georg-Donges-Preis 2017

Masterthesis- Johannes Walterbusch

Der Entwurf für einen Neubau der Deutschen Botschaft beim Heiligen Stuhl führt Kanzlei und Residenz in einer baulichen Anlage zusammen. Das Botschaftsgelände gliedert sich in einen schmalen von Solitärbauten gegliederten Straßenzug ein, der zwischen dichter Blockrandstruktur im Süden und traumhaften Gartenpark der Villa Albani liegt. Mein Entwurf stellt dem anliegenden Goetheinstitut ein Solitärbau gegenüber. Es entsteht ein spannungsvoller Zwischenraum zwischen Institut und Botschaft, sowie Stadt und Park.Die Gebäudestruktur gliedert sich in sein vertikal gestapelte Gebäudeteile die eine Funktionstrennung von Residenz und Kanzlei ablesbar machen.Die Aufgabe forderte ein für mich zunächst hohes Maß an Öffentlichkeit und freier Zugänglichkeit. Dieses verstand ich als Chance den gesamten unteren und ungesicherten Bereich in Organisation und Ausdruck als offene, flexible Struktur zu interpretieren, die mehrere Szenarien ermöglicht. Im Erdgeschoss befindet sich das Foyer als Verteiler zu Schleuse, privaten Aufzug der Botschaftswohnung und Appartements, sowie die Veranstaltungshalle und die zentraler Erschließung der Empfangsshalle. Diese stellt das Herzstück der Repräsentation da und ist als offene und großzügige Struktur zu verstehen, die eine Form des Empfangens ermöglicht, die kleine verschachtelte Räume nicht leisten können. Von ihr ist ebenso der Dachgarten erreichbar, welcher inhaltlich und städtebaulich als Zwischengeschoss die Grenzen zwischen Öffentlich und Privat darstellt. Im oberen und diskreten Teil folgen Kanzlei mit Verwaltungsfläche und als Abschluss die Wohnung der Botschafterin.Der Ausdruck des Hauses widersetzt sich dem ersten Gedanken eines Bilder einer Deutschen Botschaft der heutigen Zeit. Eine harte Rasterstruktur eines Stahlverwaltungsbaus wird irritiert durch konstruktive und gestalterische Elemente die teilweise gemischt erscheinen. Die Farbwahl ergänzt diesen für mich interessanten Gedanken. Ein positiv irritierter vielschichtiger Eindruck entsteht.

Johannes Walterbusch
Johannes Walterbusch
Johannes Walterbusch
Johannes Walterbusch
Johannes Walterbusch
Johannes Walterbusch
Johannes Walterbusch
Johannes Walterbusch

Jakob Wilhelm Mengler – Preis 2016

Entwurf- Timo Hornemann-Schneider

Die vorgeschlagene Aufstockung des Bockenheimer Depots verleiht dem Baukörper eine städtebauliche Markanz, die der Nutzung des Gebäudes als Kulturbau gerecht wird. Die südlich angrenzende Freifläche wird durch die neue Kubatur räumlich gefasst und kommt als als zentraler Platz des “KulturCampus” dem öffentlichen Raum zugute. Das Depot wird zum Herzstück des neuen Stadtquartiers anstatt als Denkmal in zweite Reihe hinter einen Neubau zu rücken.Die Aufstockung reagiert auf das bestehende Tragsystem mit der signifikanten Dreischiffigkeit der vorhandenen Halle und übersetzt dieses in ein Scheibentragwerk aus Beton. Das Tragwerk definiert die Räume. Nach dem “poché- Prinzip” wird die große Halle durch die Tragstruktur geformt und atmosphärisch durch die Oberlichter geprägt. Es entsteht eine innovative Spielstätte für darstellende Künste, die durch Vorhänge viele Möglichkeiten zum Bespielen und Arrangieren des Raumes bietet.Der Entwurf versteht das Depotgebäude nicht als Sockel, es wird um die neuen Nutzungen ergänzt. Durch die Adaption von Tragkonstruktion, Raumbildung und Materialität für seine Aufstockung, gelingt Timo Hornemann- Scheider ein ganzheitlicher Entwurf, der den integrativen Einsatz der verschiedenen Disziplinen zu Ende denkt. Die Arbeit wird so zu einem herausragenden Bespiel für das “Weiterbauen” im Bestand.

Timo Hornemann-Schneider
Timo Hornemann-Schneider
Timo Hornemann-Schneider
Timo Hornemann-Schneider
Timo Hornemann-Schneider
Timo Hornemann-Schneider
Timo Hornemann-Schneider
Timo Hornemann-Schneider