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Fakten und Artefakte: Der Einfluss Ideologischer Strömungen in der Wohnarchitektur der 70er

Wie lassen sich die Einflüsse abstrakter Kunst, philosophischer, soziologischer, kultureller Konzepte auf die Architektur visualisieren?

Die 70er Jahre sind ein turbulentes Jahrzehnt, das politische Unruhen und soziale Fragen mit sich bringen. Die Architektur entfernt sich von den lange gehaltenen Regeln der Klassischen Moderne. Eine neue Generation von Architekten entsteht und bildet ein Kommunikationsnetzwerk, dass den Austausch von Ideen außerhalb des akademischen Diskurses fördert und erweitert. Diese neue Gruppe von Architekten ist der Ansicht, dass Architektur mehr als die Schaffung von isolierten Strukturen ist, sondern auch soziale und ökologische Erwägungen erfordert. Individuelle Konzepte und der Wunsch, Veränderung und Formlosigkeit auszudrücken, kreieren eine Ungleichheit zwischen Theorie und Praxis in der Architektur. ForschungsfragenLeitgedanke der geplanten Dissertation ist die Erforschung des Einflusses von ideologischen Strömungen in der Wohnarchitektur. Der Untersuchungszeitraum ist von 1970 bis 1979. Darüber hinaus wird die Wirkung der ausgewählten Artefakte auf die Architektur des ausgehenden 20. und beginnenden 21. Jahrhunderts beleuchtet. Ausgehend von Sol LeWitt und Lawrence Weiners Argumentation, „die Idee oder die Konzeption ist der wichtigste Aspekt der Arbeit“, wird die interdisziplinäre Arbeit in drei Hauptteilen erforscht. Als Ausgangspunkt für die weiteren Bearbeitungsschritte wird zuerst das politische, wirtschaftliche und soziale Gefüge der unterschiedlichen Standorte analysiert sowie Gemeinsamkeiten und lokale Spezifika herausgearbeitet. Darauf basierend werden die zeitgenössischen Konzepte ermittelt und in den Kontext der modernen Architekturtheorie eingeordnet.Die Dissertation versucht, eine kontinuierliche Geschichte dieser Periode der Architektur durch eine systematische Forschung herauszuarbeiten. Ich sehe dies als eine Gelegenheit, um die Geschichte der wegbereitenden architektonischen Entwicklung dieses Jahrzehnts zu erforschen, die eine drastische Modernisierung vollzieht, die Architektonische Produktion in neuen Forschungsmodellen begründet, die eine Vielzahl von Architekten dazu veranlässt die Moderne neu zu untersuchen und die den Status der Architektur als Disziplin neu zu definieren. Die Illusion, eine Utopie in der Zukunft zu finden, bricht zusammen, und indem sie ihren Fokus auf die Gesellschaft um sie herum legen, beginnen die Architekten, die Bedeutung der Moderne und der historischen Perspektive neu zu untersuchen. Diese Strömung entsteht aus dem Wunsch, die gebaute Umwelt neu zu definieren, indem sie aus dem Leben in der realen Welt lernen. Das Promotionsvorhaben dient als Leitfaden für eine hypothetische Tour durch acht ikonische Architektur- und Kunstwerke der 70er Jahre, die repräsentativ für die verschiedenen ideologischen Strömungen der damaligen Zeit stehen. Darin werden die wichtigsten theoretischen Prinzipien benannt und ihr Einfluss auf den Schaffensprozess der Artefakte erläutert. Mittels empirischer Forschung ist eine werkübergreifende Reflexion der Architektur in transdisziplinärer Perspektive möglich. Der Vergleich zwischen Wohnhaus und Kunstwerk dokumentiert das komplexe Verhältnis zwischen erster Idee, deren Darstellung und Materialisierung.Der Begriff der „Unsichtbaren Bilder“ versucht dabei die Wahrnehmbarkeit der theoretischen Prinzipien zu erfassbar und qualitativ messbar zu machen. Mittels der vier gewählten Gruppen aus je einem Kunstwerk und einem Gebäude: Gehry Residence+Spliting House, White U House+Sun Tunnels, House VI+Nourish The Collapse und Casa Gilardi+Scrim Veil-Black Rectangle-Natural Light, wird diese Konkretisierung von Theorien überprüft. Ziel ist es, Querverbindungen zwischen architektonischen Konzepten und unterschiedlichen Herangehensweisen an das Planen, Bauen und Nutzen von Räumen aufzuzeigen.